Körper und Geist, vertreten durch die Summe der einzelnen Teile, den Besitzer und Verwalter dieser Einrichtung, also meiner einer, Stefan, bedanken sich recht herzlich beim Kaffee für diese vortreffliche gute Laune.

Ursache. Wirkung. Mein mechanistisches Weltbild als Einbahnstraße, zumindest für heute. In Feierstimmung mal das ganze Gerede um den freien Willen beiseite schieben. Es geht nur in die eine Richtung. Kaffee trinken, gute Laune. Das Antidepreziner des kleinen Mannes. So einfach ist das. Sicher? Sicher, ja doch! Oder hast Du lieber Kritiker schon mal jemanden in guter Stimmung Kaffee pinkeln gesehen? Eben.

Kurz vor sechs überquert ein Vogel die Strasse noch zu Fuß; Graz hingegen hat nur 3 Einwohner: zwei Schwarzafrikaner und ein verlorener Sohn, wobei zwei arbeiten und einer Croissants kaufen geht, raten Sie mal wer. Dass ich tatsächlich in Ö bin, erfahre ich erstens aus der Krone und zweitens aufgrund der merkwürdig schnell abgeschlossenen Kaufverträge an den Zeitungsständern.

Heute ist mir eine Frau mit Burka untergekommen. Ich wollte schon anklopfen und „Grüß Gott“ sagen, sie vielleicht fragen, ob’s da drinnen auch so warm ist wie hier draußen. Richtig aufgemacht hat mir schließlich keiner. Stattdessen kam es mir so vor, als blinzelten mir die Augen ihres Mannes entgegen. Anscheinend war sie also gar nicht daheim, ich nahm mir die Freiheit und ging wieder.. wo aber bleibt die Frau?

www.ishr.org

Hinter dem Sehschlitz einer Burka verbirgt sich ein Türsteher der Revolution, der sagt: „Du darfst hier nicht rein, ist mein’s, mein’s, mein’s.“

Ich bin erregt, ich bin entzürnt. In Summe bin ich alles, nur nicht emotional unbelastet.
Mein Fahrrad wurde gestohlen, das ist die eine Geschichte. Ich war auch bei der Polizei – gleich zwei Mal – das ist die andere Geschichte.

Ich gestehe. Ich bin betrunken. Treffender formuliert sollte eher gesagt werden, dass ich es war, denn es ist inzwischen schon etwas an Zeit vergangen. Ich bin eher am Boden der nüchternen Realität im Umgang mit unseren Behörden gelandet. Es ist kurz vor 9 Uhr am Morgen.

Als ich um halb zwei Uhr in der Nacht die Universität verließ und zu den Fahrradabstellplätzen kam, sah ich, dass mein Rad fehlte. Mein geliebtes Mountainbike, mein wertvollster Gegenstand, den ich erst im November letzten Jahres, kurz nach dem vorigen Raddiebstahl, mit nach Graz genommen hatte. Ich brauch(t)e es, es brachte mich unter Woche zur Arbeitsstelle und immer wieder wohlwollende Endorphinräusche bei ausgedehnten Touren. Im Jahr 1999, nach einem Monat Ferialarbeit in einem Blechwalzwerk, habe ich es mir aus eigenen Mitteln finanziert. Von Schladming aus, bin ich mit ihm einmal über die Berge, quer durch die ganze Steiermark, bis nach Hause gefahren.

Letzte Woche, das erste Alarmzeichen, ein Warnsignal. Nach der Arbeit wollte ich noch Medikamente bei der Apotheke kaufen. Als ich diese wenig später wieder verließ, sprach mich ein etwa gleich alter Mann an und erkundigte sich bei mir, ob denn dieses Rad, dass da vor dem Eingang stand, das Meinige sei, und fügte nach meiner Bejahung auf die Frage hinzu, dass ich sicherlich nichts dagegen hätte, wenn er die Polizei rufen würde, weil unten am Kurbellager ja eine Registrierungsnummer stehen sollte, welche den Besitzer eindeutig identifizieren würde. (Entschuldigt diesen Schachtelsatz, ich lese gerade Thomas Bernhard, und ich kann seine Schreibwut gerade prima nachvollziehen.) Auf jeden Fall willigte ich ein. Der Mann, er hinkte und hatte einen Gehstock bei sich, ging in die Apotheke. Ich wartete ein paar Minuten draußen vor der Tür. Ich sah ihn am Tresen stehen und mit der Bedienung sprechen, als ich kurz einen Blick hinein geworfen hatte. Gerade wollte ich ebenfalls die Apotheke wieder betreten, als ich aus dem Augenwinkel eine weitere Person, die sich mir näherte, erblickte. Im selben Moment verließ der hinkende Mann das Geschäft, ich fragte ihn, was denn jetzt los sei und ob die Polizei kommen würde. „Geh weiter!“, antwortete er mir barsch und überquerte die Straße. Die andere Person stieß tatsächlich zu ihm. Keineswegs wollte ich mich auf diese Sache einlassen, zwei sind eindeutig einer zuviel, deswegen fuhr ich (endlich) einfach davon.

Am darauffolgenden Nachmittag ging ich zur Polizei. Ich beabsichtigte, wie es so schön im Amtsdeutsch heißt, „sachdienliche Hinweise“ zu liefern. Denn niemals konnte der Mann, der mich vor der Apotheke angesprochen hatte, auf der Suche nach seinem gestohlenem Rad gewesen sein. Vielleicht ist der Mann gar amtsbekannt? Gelegenheit macht Diebe und der andere, welcher sich von der Seite förmlich an mich herangepirscht hatte, bestärkte mich in dieser Auffassung. Mein Rad war mangels eines Schlosses ungesichert, ich war in der Situation nur nicht so leichtsinnig gewesen, es alleine zu lassen und hatte Glück gehabt.

Natürlich war mir bewußt, dass kein tatsächlicher Straftatbestand vorliegen konnte. Doch einzig und allein das interessierte den Herrn Polizeibeamten. Keine Niederschrift, nichts. Danke für den wertvollen Hinweis! Nicht einmal das. Es interessierte einfach nicht.

Kurz nachdem ich bemerkt hatte, dass mein Rad offensichtlich gestohlen wurde, klingelte ich bei der nächsten Polizeistelle. Es war dasselbe Wachzimmer, in welchem ich die Woche davor gewesen bin. Niemand öffnete mir die Tür, also ging ich weiter, und machte auf dem Nachhauseweg einen Umweg zu einem anderen mir bekanntem Wachzimmer beim Landeskrankenhaus. Endlich machte mir jemand auf. Ich klärte den diensthabenden Polizisten über die Umstände auf. Erst mal widersprach er mir und behauptete zu wissen, dass auf jeden Fall jemand in der anderen Wachstube sein müßte. Widerwillig ging er fort, um dort anzurufen. Als er zurückkam und mir mitteilte, er hätte Recht gehabt und es sei tatsächlich jemand dort anwesend, änderte sich etwas an seinem Verhalten.

Ich habe eine Kleinigkeit vergessen anzumerken. Auf dem Weg dorthin kaufte ich mir bei einer Tankstelle eine Dose Bier. So stand ich also mitsamt der offenen Dose in der Hand im Wachzimmer. Ich hätte wissen müssen, und wußte es auch insgeheim, dass das Mißtrauen hervorrufen könnte. Ich hatte mich aber bewußt dagegen gesträubt, das Getränk in die Tasche zu geben oder vorher irgendwo außer Sichtweite im Freien zu platzieren. Man möge mich als Provokateur bezeichnen, allerdings möchte ich beifügen, dass ich ja aus gutem Grund vorsprach.

Die Sache mit dem Diebstahl und der Anzeige war ihm plötzlich nicht mehr wichtig. „Wieviele alkoholische Getränke haben Sie heute schon zu sich genommen?“, „Geben Sie es zu. In wievielen Lokalen sind Sie heute denn schon gewesen?“, „Kommen’S morgen wieder, wenn’S nüchtern sind!“, „Mitten in der Nacht eine Anzeige, sowas macht man ja untertags! Glauben’S, ich geh jetzt mit Ihnen Radl suchen?“ Ich war bei ihm unten durch, er nahm mich nicht sehr ernst. Auf meine Widerrede, dass mein Alkoholkonsum eigentlich nebensächlich sei und dass ich gerade von der Universität käme, bat er mich doch in die Stube hinein. „Was denken Sie sich eigentlich dabei, mit einer Dose Bier bei der Polizei zu erscheinen? Auf so eine Idee käme ich nicht.“ Ich hatte es mir mittlerweile aber schon anders überlegt und wollte auf keinen Fall bei dieser Person Anzeige erstatten. Die Polizei, dein Freund und Helfer. Sorry, aber es war unerträglich, so herablassend behandelt zu werden, deswegen ging ich.

Ich holte meinen Reisepass von zu Hause, putzte mir die Zähne, verzichtete auf den Kauf eines weiteren Bieres, und machte mich wieder auf den Weg in Richtung Universität. Schlafen konnte ich ja nicht, was sollte ich tun? Richtig angetrunken war ich nie gewesen. Ich lallte nicht, schwankte nicht, war einigermaßen klar im Kopf, rechtlich also vollkommen geschäftsfähig. Deswegen schaute ich erneut bei der ersten Wachstube vorbei. Offenbar funktionierte die Klingel nicht. Ein kurzer Anruf unter 133, mit dem Hinweis, jemand sollte mir bitte die Türe öffnen, genügte, und siehe da, ich wurde erhört. Drinnen eine ähnliche Reaktion wie davor: Unverständnis ob der Tatsache, dass es so spät in der Nacht war und dass man eine Anzeige doch auch morgen erledigen wird können. Mittlerweile war es halb vier. Ja, klar, war ich doch zu Fuß durch die halbe Stadt marschiert! Das kann durchaus dauern.

Nun denn, ich durfte schließlich Anzeige erstatten. Eine kleine Bemerkung über das autoritäre Gehabe von anscheinend zu vielen Beamten möchte ich schon noch machen. Mein Eindruck ist, dass sie es offenbar nicht gelernt haben, nicht mit Temposündern, nicht mit Vandalen, nicht mit Taschendieben etc. umzugehen! Diese suggestiven Fragen. Dieses offene Mißtrauen. Wo bleibt da die Unvoreingenommenheit? Nicht jeder ist ein Täter oder Verdächtiger, liebe Damen und Herren von der Polizei. Und jetzt wird mir klar, mit welchen Problemen z.B. jene Schwarzafrikaner, die nichts mit Drogen am Hut haben, ja, es soll auch solche geben, aber polizeiliche Dienste in Anspruch nehmen müssen, desöfteren konfrontiert werden.

Als ich der Polizistin die Adresse des Ortes sagte, an dem ich mein Rad zuletzt abgestellt habe, mir die genaue Hausnummer aber nicht einfiel, ich jedoch stattdessen angeben wollte, dass es direkt beim Eingang des Instituts für Wärmetechnik gestanden hat und dies sicherlich genügen würde, entgegnete sie mir in scharfem Tonfall, dass letztlich „sie diejenige sei, die entscheiden würde, was ausreicht und was nicht.“ Danke, das genügt. Danke, der Anhörung. Ich plädiere auf schuldig, Sie haben mich überzeugt.

Ich erinnere mich daran, wie ich als Kind im Vorzimmer unserer Wohnung stand und erfuhr was die Berliner Mauer sei. Natürlich war ich nicht auf dem heutigen Stand des Wissens, ich nahm schlicht die Trennung wahr, die sie hervorrief. Meine Mutter erzählte mir davon. Und auf die Frage, wann denn diese Mauer wieder verschwinden wird, konnte sie mir keine Auskunft geben. Der Bau lag weit vor meiner Geburt, die Mauer schien in meiner Vorstellung schon ewig zu stehen. Nicht dem Verstand, sondern dem Gefühl nach. Wenn man ein Kind ist, kann man so etwas nicht verstehen. Ich glaube mich an Stacheldrahtzäune, die ich damals vor dem Gespräch mit meiner Mutter im Fernsehen gesehen habe, zu erinnern.
Auf was ich hinaus will, ist das ohnmächtige Gefühl, das mich erfüllte, als mir sie mir mitteilte, sie wüßte nicht, ob diese Mauer einmal fallen würde. Für mich war es damals unverständlich, wie so ein Konstrukt überhaupt errichtet werden konnte. Das paßte in meinen kindlichen Kopf nicht hinein.

Wenn ein Kind heute im Westjordanland seiner Mutter dieselbe Frage stellen würde, käme wahrscheinlich aufgrund der Antwort dieselbe Hilflosigkeit in ihm hoch. „Mami, wie lange steht denn dieser Trennzaun da schon?“ Egal, was die Mutter darauf antworten würde, er würde für das Kind ewig stehen. Es wird sich nicht mehr daran erinnern können, dass es auch einmal anders gewesen ist. Und das ist das Frustrierende an so einer Erkenntnis. In solchen Ländern kennen diese Kinder nur den gegenwärtigen Zustand des Landes und niemand kann das Kind trösten und sagen, dass alles bald vorbei sein wird. Nichts anderes benötigt es aber als Erwiderung, um nicht desillusioniert zu werden. Es selbst ist ja Teil der Zukunft. Woher sollen die notwendigen, positiven Erfahrungen und die Hoffnung auf bessere Zeiten kommen, um an ihr arbeiten zu können?

Genau diesen Verfall wollte Ödön von Horvath in seinem Buch „Ein Kind seiner Zeit“ beschreiben, als er die Skrupellosigkeit des Soldaten in Verbindung mit jener Welt brachte, in die dieser hineingeboren wurde. Der Soldat hatte nichts anderes gesehen, er war eben ein Kind seiner Zeit.

Genau das bezweckte Ray Bradbury in seinem Roman „Fahrenheit 451″ mit dem Gespräch zwischen dem jungen Mädchen Clarisse und dem Feuerwehrmann Montag darzustellen. Der Feuerwehrmann wurde von ihr mit der Frage konfrontiert, ob denn die Feuerwehr früher dem Feuer nicht eher wehrte anstatt es zu entfachen.

Wie man aus der Geschichte erfahren kann, fiel die Mauer ein paar Jahre nach dem Gespräch mit meiner Mutter. Hoffnung besteht, dass es auch in den Kriegsregionen dieser Welt einmal so weit sein wird. Wenn die inneren Mauern einmal gefallen sind, ist es nicht mehr weit, dass die Äußeren ihnen nachkommen.

Meine „schlimmen Befürchtungen“, dass sich gestern auf der Party alles um den Tod von Jörg Haider drehen würde, bewahrheiteten sich letztendlich doch nicht. Er war eigentlich nicht mal im entferntesten ein Thema. Viel mehr führte ich zusammen mit ein paar adoleszenten Burschen und einem Mädel eine anregende Diskussion über ästhetische Fragen bei Intimfrisuren. Soll ich weiter darauf eingehen? Warum immer in die Tiefe tauchen, wenn es an der Oberfläche so schöne Sachen zu sehen gibt? :-)

Die zentrale Frage des Abends war jene, warum denn ein Landestreifen stehen bleibt, wenn das Land drumherum in voller Absicht brachgelegt wurde. Es gibt ja viele, hochgeistige Theorien um dieses essentielle Thema. Meine Meinung ist jene, dass dieser Rest an Intimbehaarung die letzte Bastion, sozusagen das letzte Aufbäumen gegen von außen aufoktroyierte Schönheitsideale, sein könnte. Vielleicht wäre der Begriff Feministenstreifen passender, vielleicht rede ich nur Blödsinn.

Zu meiner Schulzeit war das alles überhaupt kein Thema, ich kann mich an kein einziges Gespräch erinnern, welches die Frage Intimbehaarung zum Inhalt gehabt hätte. Als erstes wurde ich damit ungefähr vor drei, vier Jahren in meiner alten WG konfrontiert, die eine reine Burschen-WG war. Ich glaube, es war ein Besuch in der Heimsauna, der den Ausschlag gab, es vielleicht auch mal probieren zu wollen. Um ehrlich zu sein, war es höchstwahrscheinlich eine Mischung aus einem immanent vorhandenen Anpassungsdruck, der aus dem Hinweis eines Mitbewohners auf den womöglich letzten Urwald Europas abgeleitet werden konnte, und einem parallel dazu in mir aufkeimenden, ästhetischen Empfinden was diese Regionen anbetraf. Vorher hatte ich nicht mal im Traum daran gedacht, alles weg zu machen! Tja, der Mensch ist auch in solchen Dingen nichts anderes als ein Herdentier und heute reagiert mit ziemlicher Sicherheit ein jeder mit einem sozial verträglichen Ausdruck des Ekels, wenn er oder sie auf möglicherweise noch unrasierte Körperstellen fern des Haupthaares angesprochen wird. Wäääääh. Das gehört sich so, basta. Aber ist es wirklich so? Grundsätzlich finde ich es in Ordnung, wenn man sich um seine intimsten Stellen mit derselben Aufmerksamkeit widmet wie um seinen Haarschnitt. Ich habe allerdings einen anderen Verdacht, der fern von Hygienevorschriften und optischen Ansprüchen anzusiedeln ist, und wie immer neige ich dazu vom Hundertsten ins Tausendste abzuweichen, aber hey, mir taugt’s!

Fast könnte man meinen, dass der Drang nach Gruppenkonformität auch in den Intimbereich vorgedrungen ist. Nicht umsonst bezeichnet man jene, das Geschlechtsorgan in unbehandeltem, für viele heute als verwahrlost geltenden, Zustand zumindest zum Teil oder zur Gänze verdeckenden Haare, als Schamhaare. Soziale Anpassungsmechanismen vermochten es also bis in diese früher tabubehafteten Sphären hinein ein Regelwerk zu erstellen! Natürlich werden wir permanent von diversen, herrschenden Idealen penetriert (manipuliert), ohne uns dessen bewußt zu sein oder – zum Zwecke der Aufrechterhaltung einer gewissen Entscheidungsfreiheit – uns dessen bewußt sein zu wollen. Es muss gar nicht so weit kommen, wie wir wissen ist auch der Schlankheitswahn nichts anderes als das Ergebnis dieser Zwänge. Leiden dürfen Sie bitte im stillen Kämmerchen, falls ihre Gene dagegen sprechen sollten, und wenn sie über einen „Schönheitsfehler“ verfügen, dann sind Sie sowieso am A****, außer Ihr Portemonnaie ist gut gefüllt. Da gibt’s einen kleinen Mann in Italien, der Ihnen dabei weiterhelfen kann..

Es ist faszinierend. Der Mensch strebt danach das letzte Quentchen tierhafte abzustreifen. Sex ja, aber bitte nur im Reinraum praktizieren! Derweil ist doch jedem klar, dass Achselhaare, Schamhaare & Co durchaus ihr gutes zu leisten imstande wären, wenn sie denn nicht verbannt würden. Pheromone setzen sich dort fest und tragen ihr übriges zu einer erfolgreichen Anbahnung bei. Ich will sogar so weit gehen, dass ich meine, wir würden sogar häufiger Spaß miteinander haben, wenn man diese Duftstoffe nicht um ihre Arbeit bringen würde.
„Aber das ist doch eklig!!!!!“, höre ich da jemanden rufen. Ja, heute für die meisten offenbar schon. Früher empfand ich aber nicht das geringste, abstossende Gefühl, wenn ich unrasierte Körperstellen erblickte. Es war einfach natürlich. Es gab ein Gleichgewicht der Kräfte, einen Steady-State, betreffend der Frage ob mit oder ohne. Vielleicht hat die Pornoindustrie und die Bravo ihren Beitrag zum Wandel geleistet, ich kann es nicht sagen, aber irgendwann muss das Pendel vollends in die eine Richtung ausgeschlagen haben. Der Untergang der Schambehaarung war besiegelt.

Wir sind noch nicht am Ende unserer Reise zu immer sauberer werdendem Sex angelangt. Um es jetzt auf die Palme zu bringen, möchte ich behaupten, dass der nächste anstehende „Problempunkt“ die achso übelriechenden Körperflüssigkeiten betreffen könnte. Jedem von uns sind sicher schon diverse Tipps und Tricks ins Ohr geflüstert worden, was etwaige Geschmacksverbesserungen anbelangt. Wer weiß, vielleicht gibt’s bald die entsprechenden kommerziellen Produkte dafür im Kaufhaus um die Ecke.

Kann denn eine humorlose Person gute Witze erzählen? Tja, erzählen reicht bei weitem nicht aus, es gehört viel mehr dazu, z.B. die entsprechende Performance beim Vortrag. 

Eine ausgeglichene Stimmung wäre durchaus von Vorteil, man will ja nicht, dass die Leute (oder man selbst) bei der Pointe zu weinen beginnen. Deswegen ist es ratsam mit einer Abwandlung des autogenen Trainings nach Schultz in den Witz zu starten. Setzen Sie sich in einen Sessel oder in eine gemütliche Couch und begeben Sie sich in die Kutscherposition. Ist die Tiefenentspannung einmal erreicht, sagen Sie sich: „Ich bin ein humorvoller Mensch. Ich bin witzig.“ Wiederholen Sie es mindestens 5 Mal. So, das hätten wir erledigt, wahrscheinlich haben Sie mittlerweile das Humorniveau eines Oliver Pocher entwickelt.

Im Winter ist es oft ganz natürlich kalt, ja. Bei vielen Leuten geht es mit sinkender Außentemperatur humormäßig in ähnlicher Weise bergab. Wenn man um die Wangen friert und nur Klageworte wegen der Kälte aus dem Mund kommen ist es ein weiter Weg bis zum guten Witz. Man wird vielleicht gar nicht erst verstehen was Sie da vorwimmern. Ein kräftiger Biss in eine noch heiße Glühlampe kann hierbei Wunder bewirken. Jedermann weiß, daß Glühbirnen wenig Licht, dafür umso mehr Witzenergie ausstrahlen, nützt man diese für sich, hat man schon fast gewonnen. Sie dürfen nur nicht vergessen runterzuschlucken. Ich wette mit Ihnen, dass Sie die Menschen damit zum Brüllen bringen werden.

Ein Blick in den Spiegel hilft ebenfalls. Dies trifft vor allem auf Personen zu, die schon öfters wegen dem einen oder anderen markanten Gesichtsmerkmal verarscht wurden. Warum bringen Sie sich nicht in Stimmung, wenn Sie über sich selbst lachen? Am besten wär’s, wenn sie komische Grimassen dabei machen, das wirkt bestimmt.

Die Vorbereitung auf den Witz ist besonders wichtig. Gehen Sie die Dramaturgie noch einmal im Kopf durch. Vergessen Sie die Pointe nicht, nicht die Pointe vergessen, erwähnte ich das schon? Kurz davor legt man am besten noch eine kleine Verschnaufpause ein und denkt an die noch zu erledigenden Weihnachtseinkäufe. Überblicken Sie den Raum und warten also einen Moment ab. Wenn die ersten fragenden Gesichter auftauchen, starten Sie los. Der ultimative Ratschlag ist, daß man die anwesenden Leute auf den kommenden Höhepunkt hinweist. Lachen Sie schon mal laut vor! Kugeln Sie sich weg und leiten grinsend die Pointe mit den Worten:“ Hey, Jungs. Wartet doch mal. Es wird noch besser, jetzt kommt erst DER Knüller!“ ein. Funktioniert hundertprozentig, ich schwör’s. Die Leute werden sich nicht mehr auf ihren Stühlen halten können, sie müßten nur noch zu lachen beginnen, dann wären Sie der Star.

Zielgruppenanpassung ist auch ein Thema. Der Anfängerfehler schlechthin ist das Ausrichten des Witzes auf die Zusammensetzung einer bestimmten Personengruppe. Meine These, durch langjährige Erfahrung erworben: Nix da. Witz bleibt Witz und ist global verständlich. Ich war einmal auf Urlaub in Papua-Neuguinea, ganz zufällig. Als ich dort im Urwald spazieren ging, traf ich auf eine Gruppe Ureinwohner, die ihre Hütten auf einer Waldlichtung erbaut hatten. Es war echt verrückt. Ich habe denen stundenlang Scherze über Schuheinlagen, Unterhosen und Handywertkarten erzählt und die konnten gar nicht mehr aufhören! Naja, eigentlich hatten sie schon damit begonnen, als sie mich um die Ecke kommen sahen. Aber gelacht haben die, Wahnsinn.

Der politisch korrekte Witz ist die Königsdisziplin. Wollen Sie denn Versuch wagen und eine witzhafte Figur abgeben? Ok, wieder mal eine Anekdote aus einem Urlaub. Ich war damals für ein paar Stunden in der Südsahara. Ich will eines eingestehen: ich hab ein Faible für Negerbräute, da kommen bei mir immer alle möglichen Fantasien hoch. Auf eine von denen in der Oase war ich ganz scharf, ich wollte sie unbedingt rumkriegen. Dafür riskierte ich es sogar zu schwitzen und das heißt in der Wüste schon einiges, wenn man sich das erlauben darf. Um sie herum befanden sich nur Kerle, mann, waren die einsam. Ich erzählte ihnen einen Klassiker. Ich war mir fast sicher, dass er noch nicht in die Wüste vorgedrungen ist. Er ging so: „Was ist unsichtbar und sitzt am Klo?“ (Ich mußte denen zuvor natürlich erklären, was überhaupt ein Klo ist. Die kennen unsere Hygienestandards nicht und scheissen dorthin wo es grad paßt. Ich habe es eh schon erwähnt, kurz vor der Pointe soll man, wenn möglich, eine kurze Pause einlegen.) So. Am besten nochmal den ersten Teil wiederholen, damit es auch richtig sitzt. „Was ist unsichtbar und sitzt am Klo?“ Antwort: “ Ein Neger, der ausgeschissen hat.“ Der Dolmetscher war so freundlich und hat für mich übersetzt. Als es denen langsam dämmerte hatten die einen irren Spaß bei der Sache..mit mir. Ich kam mit einem blauen Auge davon. Gott sei Dank war die nächste Oase nur einen Tagesmarsch entfernt.

So genug der Ratschläge. Ich hoffe doch sehr wenigstens ein paar brauchbare Tipps von mir gegeben zu haben. Gehen Sie in die Welt hinaus und testen Sie Ihre Witzkompetenz aus. Ich sage nur: Üben, üben, üben.

[Warnung im Voraus. Falls Du, liebe/r LeserIn unter 18 sein solltest, so bitte ich Dich jetzt nicht mehr weiterzulesen. Ich übernehme nicht die Verantwortung, falls Du es doch tust. Du selber bist für Dich ganz allein verantwortlich!]


Heute handelt mein Blogbeitrag über Jugendsünden der etwas anderen Art, jedoch zu einer Zeit stattfindend ,als ich schon längst aus der Pubertät raus war.  Drogen sind ein Tabuthema und ich kann mir vorstellen, dass so manche unter Euch sicherlich nicht der selben Meinung sein werden. Denn ich sag’s gleich vorweg: Ich bereue (leider) gar nichts. Es war ein unvergessliches Erlebnis für mich und ich werde wohl auf ewig gerne auf diesen Tag zurückblicken. Und weil es sich wahrscheinlich in Bälde nicht so schnell wiederholen wird, scheue ich mich auch nicht davor, darüber zu berichten. Jeder hat seine Leiche im Keller, denk ich, seien wir darum nicht so kleinlich und lassen die Moralkeule wenn geht zu Hause.

Ein „Servus“ übrigens an meinen zukünftigen Arbeitgeber, falls er in unartige Spionagetätigkeiten verfallend, auf diesen Beitrag gestossen sein sollte. Ich wär gespannt, was Sie alles in ihren wildesten Jahren getrieben haben? :-) Und ich möchte Sie zusätzlich darauf hinweisen, dass sich auf meiner StudiVZ und Facebook- Seite so manch pikantes Bild finden läßt. Ersurfen Sie sich ruhig Ihren potentiellen Arbeitnehmer! Ich nehme an, meine Potenz wird mit fortschreitender, gelesener Zeilenzahl beträchtlich geschrumpft sein. Mir doch egal! ;-) Ich habe nie behauptet ein Engerl zu sein. Und liebe Bloganbieter, beachten Sie bitte das Gesamtbild meines Blogs, schauen Sie sich einmal um!

Meine amerikanische Freundin T. wollte sich bei mir für etwas revanchieren. Wir hatten ungefähr zwei Wochen zuvor getrocknete M&Ms in Pillenform genommen. Leider stellte sich nach einem Telefonanruf mit ihrem Mann in den Staaten aber heraus, dass es sich womöglich doch um Vitaminpillen handeln könnte. Eine knappe Woche später wurde mir dann als Entschädigung für den verloren gegangenen Trip von ihr angeboten, den Ausflug ins Bunte erneut zu wagen. Natürlich willigte ich sofort ein. Sie versprach mir für die Neuauflage etwas ganz anderes als unser altes Transportmittel, nämlich LSD.

Schon die US-Army hat in den 50ern Versuche unternommen, die Wirkung dieser Substanz zu erproben. Anders als man hätte erwarten können, führten sie die Tests ausgerechnet bei den eigenen Soldaten durch. Nach Wikipedia erprobten auch die Russen und die Briten LSD als potentielle Waffe. Es sollte in allen Fällen eruiert werden, in wieweit die Truppe unter dem Drogeneinfluss an Kampfkraft verlieren würde. Des Weiteren wollten sie die aus der Psychologie bekannte Tatsache, dass LSD das Tor zum Unterbewußtsein öffnet, erforschen, um es für Verhörtaktiken zu annektieren.

Ein lustiges Video von einem Experiment der US- Army ist das Folgende. Man beachte die nachlassende Exaktheit der exerzierenden Truppe! An welchen Tag ihres Lebens werden die sich erinnern? Ob’s der Hochzeitstag geblieben ist?

Die Briten waren aber auch um keinen Deut besser als die Amerikaner, was die Behandlung ihrer Soldaten anbetraf. So eine lustige Gefechtsübung haben die wohl nie mehr wieder mitgemacht.

Wir stimmten uns naturgemäß mit Peter Pan ein, um unsere Fantasie und Vorstellungskräfte zu kalibrieren, und um vorzeitig schon mal ein paar Klischees von der To-Do-Liste abhaken zu können. Nachdem man das Blättchen unter der Zunge liegen hatte, kann es zwischen einer halben Stunde und zwei Stunden dauern, bis die ersehnte Wirkung einzusetzen beginnt. Ungefähr 30-45 Minuten später ist der Rausch an seinem Höhepunkt angelangt. Die gesamte Dauer des Ausflugs sollte sich am Ende auf knappe 14 Stunden belaufen. Allerdings ist es ein Glücksspiel vorauszusagen, wie lang der drogeninduzierte Zustand anhält, da man nie genau sagen kann wie hoch die verabreichte Dosis ist.

Die B 52’s warteten bereits an der Haltestelle auf uns. Es war der Bus mit der Nummer 99, up ‘n’ at’em, T.!

Während wir den Film ansahen, merkte ich wenig bis gar nichts von der versprochenen, anfänglichen Euphorie.
„Es wird doch nicht wieder etwas schief gelaufen sein!“ dachte ich mir. T. schlug dann vor, den herrlichen Spätherbsttag mit einem Spaziergang zu krönen. Es bot sich der in der Nähe der Wohnung gelegene Park an. Das Gute daran war, dass wir nur wenige Male die Strasse zu überqueren hätten! Das Schlechte war, dass wir für eine Abkürzung durch einen Friedhof gehen mussten. Das vom Wind verwehte Herbstlaub wartete schon auf uns.

Ok, also das sollte uns lieber nicht passieren. Deswegen hat die Tante Lucy auch vorgesorgt und eine Packung Valium am Tisch bereit gehalten, falls jemand in die falsche Dimension abdriften sollte. Um voraus zu greifen: Sie lag dort noch ungeöffnet am nächsten Morgen. Dieses Video stammt übrigens von der Zaireeka- DVD der Flaming Lips. Über Pure Live Gigs. Com kann man sie mit ausdrücklicher Erlaubnis der Band herunterladen. Es war die Zeit der „parking lots experiments“ der Lips, als sie in Parkhäusern den Versuch starteten, dutzende Bänder mit verschiedenen Tonspuraufnahmen auf Ansage des Sängers synchron in den Autoradios einiger Fans zu starten. Natürlich gelang ihnen das nie zur Gänze perfekt, aber es hörte sich trotzdem immer gut an und das Resultat war jedes Mal ein anderes Stück Musik.

Gleich nachdem wir es geschafft hatten, die erste Hürde in Form einer Ampel zu bewältigen, bogen wir auch schon rechts statt links ab. Wir gingen an der Friedhofsmauer entlang und wurden gleichzeitig überrascht, als wir einen Gnom durch das Friedshofstor auf die Strasse treten sahen. In der nüchternen Retrospektive wurde uns klar,dass erstens, das sehr kleine Tor für die grobe Verzerrung unserer Maßstäbe verantwortlich war, und zweitens, der Gnom eigentlich eine alte Frau war.

Der Unterschied zwischen einem LSD- Trip und einer Psychose besteht darin, dass ein Psychotiker den Bezug zur Realität verliert, während ihn ein Reisender behält und dazu noch genießen kann. Wir fühlten uns wie Außerirdische, die auf dem Planeten Erde zu Besuch kamen. Mir gingen Gedanken durch den Kopf wie: „Ach ja, die Menschen. Schau Sie dir nur an.“ Man glaubt in diesem Zustand die großen Zusammenhänge zu erkennen, und auch wenn es sie nicht gibt, hatten wir zumindest das Gefühl als existierten sie. Noch nie zuvor hat das Laub so schön ausgesehen, als es wie eine Einheit vom Wind in die Lüfte getragen wurde. Noch nie hat ein Vogelschwarm diese Vollkommenheit besessen.. es war das ultimative Gefühl des „Eins Sein“ mit der Natur um mich herum.

Die Bäume um uns bekamen in meiner Vorstellung Augen und Ohren verpasst. Sie waren für mich wie Menschen mit Haut und Haaren. Diese Assoziationen waren, möchte ich betonen, keine höhere Wirklichkeit an die ich heute noch insgeheim glaube. Es war rein meine eigene Fantasie, die dies zustande bracht, und es war mir durchaus bewußt, dass ich mir das alles erträumte und erdachte. Trotzdem war es unglaublich.

Technisches Gerät wie das Handy oder der Herd oder die Ampel bei der Kreuzung waren auf einmal so komplex und unverständlich, und für uns nicht weiter handhabbar. Wieder zu Hause angekommen versuchten wir, eine Suppe zuzubereiten. Wir standen da vorm Herd und mussten uns furchtbar zusammenreissen, nicht auf die heiße Platte zu greifen. Es war ein Kampf, diese Dinge überhaupt zu verstehen. Der Topf ging über, weil wir es übersehen hatten und nicht begriffen haben was geschah, als die Suppe den Topfrand ereichte.

Die meisten Menschen, die LSD nahmen und starben, ereilte ihr Tod bei Verkehrsunfällen und nicht, wie oft behauptet wird, weil sie glaubten, fliegen zu können und aus dem Fenster sprangen. Hier ein Ranking der gefährlichsten Drogen und danach „Do you realize“ von den Flaming Lips über die Vergänglichkeit. Wir sitzen alle im selben Boot:

Zu guter letzt, das viel diskutierte Video der Beatles namens „Lucy in the sky with diamonds“: 

Lang lebe Albert Hofmann! 

Aufgrund des traurigen Ereignisses im Land der Tausend Seen, möchte ich diesen Anlass dafür gebrauchen Euch ein Geständnis zu machen. Ich schreibe dies hier widerwillig mit dem letzten Aufgebot der mir verbliebenen Kräfte nieder, mein gesamter Wille ist auf das vor mir liegende Blatt Papier gerichtet.

 

Die Anzeichen für meine Tat waren im Überfluss vorhandenen, warum nahm denn keiner Kenntnis davon? Allein meine vorigen zwei Postings hätten doch schon Hinweis genug sein müssen, um meine wahren Absichten zu erkennen. Auch meine Freunde tragen aufgrund der unverblümten Ignoranz gegenüber meinen ewigen Andeutungen auf jeden Fall einen Teil der Schuld. Ich habe mit ihnen jahrelang vergeblich über die in mir reifenden Pläne gesprochen.

 

Ich sage Euch: Der Zeitpunkt des Jüngsten Gerichts naht. Es ist soweit. Mit Gottes Einverständnis wird morgen der Himmel auf Erden seine Sitzung abhalten. Ich bat ihn darum und wurde erhört. Wenn die Turmuhr am Mittwochvormittag zehne schlägt, werde ich mich auf dem Weg in die Grazer Innenstadt machen. Meine Waffen werden meine bloßen Arme sein. Niemand wird mir entkommen, es wird mir ein leichtes sein, denn um diese Zeit wandern unzählige Menschen wie ferngesteuert durch die Fußgängerzone, folgen ihrem Konsumzwang und werden mich erst in letzter Sekunde erkennen. Mein gnädiger Akt der Nächstenliebe wird auch auf Kinder und Frauen als potentielle Opfer keine Rücksicht nehmen, der Berufsethos eines Amokläufers kennt keine Einschränkung diesbezüglich.

 

So helfe mir doch einer! Es ist noch nicht vorbei! Es wird sonst morgen ein Massaker geben, seid gewarnt.

 

Wie es sich für einen Amokläufer gehört, habe ich bereits mit einem auf YouTube eingestellten Video, in aller Klarheit auf mein unerbittliches Vorgehen hingewiesen.

  

  
Wem dabei nicht warm ums Herz wird,
ist wahrlich nicht mehr zu helfen!!

….so nannte sich mal kein Song der Hamburger Band Blumfeld, der ich vorgestern einen Artikel gewidmet habe. Die Überschrift ist also falsch, in Wirklichkeit heißt es „Laß uns nicht von Sex reden.“, naja, sie bleibt trotzdem stehen, weil ich mich an den Werberleitsatz „Sex sells“ halten möchte.

Heute handelt mein Beitrag also vom menschlichen Geschlechtsverkehr. Vergessen wir mal die Liebe, die wird ganz unten am Schluss mit einem Schuss Romantik erwähnt werden und ist für jene Psychopathen bestimmt, die bei Titanic das letzte Mal geweint haben. Ich war einer von denen. Seitdem weine ich nur mehr, wenn ich aufstehe und kurz vor dem Schlafen gehen, denn: der Mensch braucht seine Rituale und meines ist jenes, der Huldigung meiner Depression. ;-)

Unsere -auf dieses Thema bezogen- hoch neurotische, christliche Wertegemeinschaft hat unsere Schulbücher mitgeschrieben. Die Ministranten, die Armen, durften keine Lieder über Sex, sondern nur über die Liebe zu Gott, singen, denn sonst würde das Gummiringerl gespannt und auch losgelassen werden. [Nachtrag: Was meintest Du da, Stefan?] Und was bekam man da schließlich in hohen Tönen zu hören: „Nähme ich Flügel der Morgenröte.“.. die stieg ihnen nämlich jedesmal zu Kopf, wenn’s lautete: Primäre und Sekundäre Geschlechtsmerkmale.
Heute läuft es viel dreckiger ab, keusche Ministranten, es bedarf einiger neuer Definitionen. Was Euch geil machte funktioniert in der heutigen Zeit schon lange nicht mehr! Habt Ihr, werte Leser, Eurem Freund oder Eurer Freundin, Eurem Mann oder Eurer Frau schon mal zum Zwecke der Verführung offenbart, dass Ihr vor allem seine/ihre primären oder sekundären soundso als anziehend empfinden würdet? Ich hoffe nicht.

„Ich finde das eine primäre Geschlechtsmerkmal da bei Dir supi!“
„Ach, wirklich? Na dann mal los.“ Hechel, hechel.

Macht dieser Dialog jemanden unter Euch an? Macht er Sinn?

Aber irgendwas läuft auch bei den Pornos falsch. Ich hab mir letztens, kurz bevor ich erschöpft in den Schlaf gesunken bin, einen angesehen. Rein aus Interesse und aus Recherchegründen für diesen Artikel versteht sich. Und ich habe es auch nicht lange ausgehalten zu zugucken. Was dachte ich mir?

Wenn man einmal im Jahr einen Porno ansieht, kann es schon das eine oder andere bei einem bewirken. Jedoch: wenn man sowas täglich konsumiert, dann macht sich bald eine gewisse Fadesse bemerkbar. Die Geschichte geht doch jedesmal gleich aus, welch Wunder. Unauthentisches Gestöhne, welches von einer Synchronisationsstimme, die die Rolle der eigentlich auf ukrainisch stöhnenden Haupdarstellerin übernimmt, übersetzt wird. Ist Sex nicht die universelle Sprache schlechthin? Dazu kommen irgendwelche hirntoten Stiere von Kerlen, die es dem Fräulein dann richtig zeigen wollen, was immer das auch heissen soll. ;-) Sie hingegen gibt im Interview zum Film zu Protokoll, sie sei naturgeil wie damals Gina Wild, und dass sie sich nicht unbedingt als Feministin bezeichnen würde und deswegen nichts gegen den oft kritisierten, reinen Objektstatus von Frauen in Pornos einzuwenden habe.

Burschen, ich sage Euch: „Die verarscht uns nur!“ Die hat nicht den geringsten Spass an der Sache. Vielleicht macht sie es auch nicht mal freiwillig. Die will nur das Geld für den Dreh oder weg, sonst nichts. Von wegen, alles sei echt.

Gerade deswegen bin ich für Fair Trade- Pornos! Kein künstliches Gestöhne soll mehr meinen Akt der Selbstliebe stören. Ein Stempel muss her, der die Integrität der Hauptdarstellerin beim sexuellen Akt garantieren soll. Samt Aufenthaltsbestätigung und Arbeitserlaubnis. Ich habe eine Vision: Ethisch korrektes konsumieren von Pornofilmen. Keine künstlichen Mammas möchte ich mehr sehen, sondern echtes göttliches Handwerk in Doppel D, präsentiert von glückselig in die Kamera blickenden Hühnern.

Ich war oft auf der Alm. Ich habe in meiner Jugend eines gehört: „Auf der Alm da gibt’s koa Sünd’.“ Bei meinen zahlreichen Mountainbiketouren quer durch Österreich habe ich leider das Gegenteil festgestellt. Nur alte Weiber und frigide Kirchgängerinnen sind mir auf dem Weg zur Weihe irgendeines Bankerls begegnet. Betrug!

Pornos verunsichern mich, sie desillusionieren mich sogar, wenn es um Sex geht. ;-) Wo steckt das letzte Quentchen Authentizität? Ist alles gestellt? Ich würde mich über Eure Meinungen zum Thema freuen.

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