Körper und Geist, vertreten durch die Summe der einzelnen Teile, den Besitzer und Verwalter dieser Einrichtung, also meinereiner, S., bedanken sich recht herzlich beim Kaffee für diese vortrefflich gute Laune, die dieser mir „straight out of Häfn“ zukommen ließ.

Ursache. Wirkung. Mein mechanistisches Weltbild als Einbahnstraße. Zumindest für heute. In ungefilteter Reinkultur einmal das Gerede esoterischer Geheimnisträger beiseite lassen. Es geht nur in die eine Richtung. Wer A sagt muss zwingend B sagen: Kaffee. Vorzügliche Laune. Koffein schafft mehr als die Gedanken jemals frei sein könnten. Das Antidepreziner des kleinen Mannes. So einfach ist das. Sicher? Sicher, ja doch!

Kurz vor sechs überquert ein Vogel die Strasse noch zu Fuß. Graz hingegen hat zu dieser Zeit nur drei Einwohner: zwei Schwarzafrikaner und ein verlorener Sohn, wobei zwei arbeiten und einer Croissants kaufen geht. Raten Sie mal wer. Dass ich tatsächlich in Ö bin, erfahre ich erstens aus der Krone und zweitens aufgrund der merkwürdig schnell abgeschlossenen Kaufverträge an den Zeitungsständern.

Heute ist mir eine Frau mit Burka untergekommen. Ich wollte schon anklopfen und „Grüß Gott“ sagen, sie vielleicht fragen, ob’s da drinnen auch so warm ist wie hier draußen. Richtig aufgemacht hat mir schließlich keiner. Stattdessen kam es mir so vor, als blinzelten mir die Augen ihres Mannes entgegen. Anscheinend war sie also gar nicht daheim, ich nahm mir die Freiheit und ging wieder.. wo aber bleibt die Frau?

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Hinter dem Sehschlitz einer Burka verbirgt sich ein Türsteher der Revolution, der sagt: „Du darfst hier nicht rein, ist mein’s, mein’s, mein’s.“

Kann denn eine humorlose Person gute Witze erzählen? Erzählen reicht bei weitem nicht aus, denn es gehört viel mehr dazu: zum Beispiel die entsprechende Performance beim Vortrag. Hier ein kurzer Text als Einführung in die Witztheorie.

Als Erstes angeprochen werden soll der Wert einer ausgeglichenen Stimmung für den Witzerfolg. Man möchte ja nicht, dass die Leute – oder man selbst – bei der Pointe zu weinen beginnen. Deswegen ist es ratsam mit einer Abwandlung des autogenen Trainings nach Schultz in den Witz zu starten. Setzen Sie sich in einen Sessel oder in eine gemütliche Couch und begeben Sie sich in die Kutscherposition. Ist die Tiefenentspannung einmal eingetreten, sagen Sie sich: „Ich bin ein humorvoller Mensch. Ich bin witzig.“

Die Betonung liegt dabei auf „bin“. Bitte beachten, dass diesem „bin“ nicht zuviel Hoffnung anheftet. Hoffnung verweist auf etwas Zukünftiges und somit jetzt noch nicht Eingetretenes – als Beispiel könnte ihr fehlender Humor dienen. Es schwächt jedoch das „bin“ der Gegenwart in seinem Vermögen, das nicht eingetreten sein werdende Zukünftige an die Gegenwart zu binden.

Diese Schwächung gilt es zu vermeiden. Deswegen wiederholen Sie obigen Spruch mindestens fünf Mal. Weinkrämpfe und ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit sind ein gutes Zeichen, um mit dem nächsten Teil fortzufahren.

Im Winter ist es oft ganz natürlich kalt. Bei vielen Leuten geht es mit sinkender Außentemperatur humormäßig auf ähnliche Weise bergab. Wenn man um die Wangen friert und nur Klageworte wegen der strengen Kälte aus dem Mund gelangen, ist es ein weiter Weg bis zum vollendeten Witz. Man wird vielleicht gar nicht erst verstehen, was Sie da daherwimmern. Ein kräftiger Biss in eine heiße Glühbirne kann hierbei Wunder bewirken. Sie dürfen nur nicht vergessen runterzuschlucken. Ich garantiere Ihnen, dass die Zuhörerschaft ihr humoristisches Talent mit lautstarkem Applaus begrüßen wird.

Die Vorbereitung auf den Witz ist von besonderer Bedeutung. Gehen Sie die Dramaturgie noch einmal im Kopf durch. Behalten Sie die Pointe gedanklich im Auge. Sie ist die Krönung und wird Sie um den Lohn und das Brot Ihrer Arbeit bringen. Beginnen Sie mit dem Vorspann. Nicht die Pointe vergessen. Kurz vor dem Höhepunkt legen Sie am besten noch eine kleine Verschnaufpause ein und überlegen sich vielleicht, was noch an Weihnachtseinkäufen zu erledigen ist. Es tut Ihnen gut und mobilisert Ihre Kräfte.

Wenn die ersten erwartungsvollen Gesichter im Auditorium am Verwelken sind, starten Sie los. Deuten Sie das nahe Ende und die damit einhergehende Pointe sowohl mimisch als auch verbal an. Lachen Sie schon einmal laut präventiv vor! Kugeln Sie sich weg und leiten Sie knallig das Allerletzte mit den Worten ein: “ Hey, wartet doch mal! Es wird noch besser! Jetzt kommt erst der Knüller!“ Funktioniert hundertprozentig. Und wenn Ihnen die eigentliche Pointe wieder eingefallen ist und Sie sie bringen, werden sich die Leute nicht mehr auf ihren Stühlen halten können. Sie müßten dazu nur noch zu lachen beginnen und Sie wären ein Star.

Ein Anfängerfehler schlechthin ist die Adaptierung eines Witzes für bestimmte Zielgruppen. Meine These, welche durch langjährige Erfahrung erworben wurde: nix da. Witz bleibt Witz und ist global verständlich! Dies gilt vorallem für sozio-kulturelle und ethnische Unterschiede. Der politisch korrekte Witz steht dabei für die Königsdisziplin des Witze Erzählens. Dazu eine Anekdote aus einem Urlaub in einer Oase in der Südsahara.

Es war einer dieser entspannten Abende. Wir, das waren mein Reisebegleiter, der zugleich als mein Dolmetscher fungierte, und ich, saßen mit ein paar Vertretern der dort einheimischen, farbigen Community beisammen. Als kleiner Beitrag zur Völkerverständigung gedacht, erzählte ich einen Klassiker aus dem NPD-Sammelband „Mit eisernem Willen zum Witzsieg“. Eine überaus empfehlenswerte Buchreihe. Die einzelne Teile sind in Rassen getrennt und komplexe Themenbereiche werden sehr verkürzt dargestellt. Ich war mir fast sicher, dass der daraus entnommene Witz zu diesem Zeitpunkt noch nicht in die Wüste hineingedrungen war. Er begann wie folgt: „Was ist unsichtbar und sitzt am WC?“

Die Antwort kann in einem der Bände nachgeschlagen werden.

Mein Begleiter war so freundlich und hat für mich übersetzt. Nachdem es den Einheimischen langsam gekommen war, machten sie sich einen irren Spaß aus der Sache – mit uns beiden. Zum Glück kamen wir mit einem blauen Auge davon. Nach der Pfählung verließen wir die Gemeinschaft und fanden die nächste Oase nur einen Tagesmarsch weit entfernt.

Beherzigen Sie meine Ratschläge. Gehen Sie in die Welt hinaus und verfeinern Sie Ihre Witzfertigkeiten. Ich sage: üben, üben, üben.

Aufgrund des traurigen Ereignisses im Land der Tausend Seen, möchte ich diesen Anlass dafür gebrauchen Euch ein Geständnis zu machen. Ich schreibe dies hier widerwillig mit dem letzten Aufgebot der mir verbliebenen Kräfte nieder, mein gesamter Wille ist auf das vor mir liegende Blatt Papier gerichtet.

 

Die Anzeichen für meine Tat waren im Überfluss vorhandenen, warum nahm denn keiner Kenntnis davon? Allein meine vorigen zwei Postings hätten doch schon Hinweis genug sein müssen, um meine wahren Absichten zu erkennen. Auch meine Freunde tragen aufgrund der unverblümten Ignoranz gegenüber meinen ewigen Andeutungen auf jeden Fall einen Teil der Schuld. Ich habe mit ihnen jahrelang vergeblich über die in mir reifenden Pläne gesprochen.

 

Ich sage Euch: Der Zeitpunkt des Jüngsten Gerichts naht. Es ist soweit. Mit Gottes Einverständnis wird morgen der Himmel auf Erden seine Sitzung abhalten. Ich bat ihn darum und wurde erhört. Wenn die Turmuhr am Mittwochvormittag zehne schlägt, werde ich mich auf dem Weg in die Grazer Innenstadt machen. Meine Waffen werden meine bloßen Arme sein. Niemand wird mir entkommen, es wird mir ein leichtes sein, denn um diese Zeit wandern unzählige Menschen wie ferngesteuert durch die Fußgängerzone, folgen ihrem Konsumzwang und werden mich erst in letzter Sekunde erkennen. Mein gnädiger Akt der Nächstenliebe wird auch auf Kinder und Frauen als potentielle Opfer keine Rücksicht nehmen, der Berufsethos eines Amokläufers kennt keine Einschränkung diesbezüglich.

 

So helfe mir doch einer! Es ist noch nicht vorbei! Es wird sonst morgen ein Massaker geben, seid gewarnt.

 

Wie es sich für einen Amokläufer gehört, habe ich bereits mit einem auf YouTube eingestellten Video, in aller Klarheit auf mein unerbittliches Vorgehen hingewiesen.

  

  
Wem dabei nicht warm ums Herz wird,
ist wahrlich nicht mehr zu helfen!!

Leute, die am Höhepunkt ihrer eigenen Depression angelangt sind, zeichnen sich oft dadurch aus, dass sie unfähig sind, die richtigen Entscheidungen zu treffen, falls sie überhaupt zu welchen imstande sind. Dieser Ratgeber soll dabei behilflich sein, mögliche Schwierigkeiten bei der Auswahl der geeigneten Methode zu überwinden:


) P
flanzen Sie rechtzeitig einen Baum an. Der Tausch „Leben für Leben“ ist vor allem bei naturbezogenen Idealisten die bevorzugte Variante. Allerdings müssen Sie sich Ihrer Absichten schon Jahre zuvor sicher sein und rechtzeitig das Jungbäumchen einsetzen oder den Samen in die Erde einbringen. Kaufen Sie am besten ein gutes, reißfestes Seil oder lernen vielleicht die Kunst des Seilknüpfens, wenn Sie eine kreative Beschäftigung für die langen Jahre des Wartens suchen.


In der Zeit bis zum Tag X besteht jedoch die ernste Gefahr, plötzlich alle Pläne über Bord werfen zu wollen, weil Sie vielleicht heiraten und Kinder zeugen oder dem Leben im Allgemeinen positiver gegenüber stehen. Um es nochmals zusammenzufassen. Diese Variante ist deswegen eher etwas für langfristige Organisationstalente und weniger für Kurzentschlossene.

Wenn Sie das nicht wollen oder können, empfehle ich Ihnen, sich in der näheren Umgebung umzublicken und einen Baum auszuwählen, dessen tiefergelegene Äste gerade noch erreichbar sind, aber nicht so weit unten liegen, dass Sie statt zu baumeln am Boden landen und sich höchstens die Knöchel verstauchen werden. Niemand würde Ihnen dabei helfen sich loszubinden oder abzuschneiden, Sie müssten danach dieses kleine Problemchen wohl von alleine bewältigen, um erst später wieder zur Lösung des eigentlichen Problems – Ihres Lebens – zurückkommen zu können.

Im besten aller Falle sind Sie also die Lachnummer der um Sie herum versammelten Schaulustigen und werden daraufhin zutiefst gedemütigt nach Hause schleichen. Und nach einer kleinen Erholungspause am nächsten Tag einen neuen Start ins Ableben wagen können. Im schlechtesten Fall werden Sie eingewiesen und medikamentös ruhig gestellt, daraufhin einer Psychotherapie unterzogen, und müssen nach der Entlassung erneut mühsam daran arbeiten, um in die richtige Stimmung zu gelangen. Der ganze Aufwand für die Vorbereitung wäre demnach umsonst gewesen.

) Falls Sie romantisch veranlagt sind und gute Musik bevorzugen, dann wäre es Ihnen ein leichtes, sich mit dem bewährten Mix aus Schlaftabletten und alkoholischen Getränken ins Jenseits zu befördern. Damen, die etwas von sich halten, zumindest was die Rahmenbedingungen ihres Todes betrifft, bevorzugen häufig Sekt oder Prosecco.

Machen Sie es sich an einem gemütlichen Ort bequem, legen Sie Ihre Lieblingsplatte auf und beginnen mit dem Festmahl. Den Punkt der Medikamentenunverträglichkeit möchte ich hierbei auch kurz ansprechen. Es könnte sein, dass diese Methode nicht geeignet ist, falls Sie an Magenproblemen leiden. Wenn Sie Glück haben, werden Sie an Ihrem Erbrochenen ersticken, wenn Sie Pech haben mit dem Gesicht in der Sauce wieder zu Bewußtsein kommen. Sie werden sich zu Tode schämen, aber leider nicht zu Tode kommen. Ich rate Ihnen daher: Schminken Sie sich in dem Fall alle Träumereien einer schöne Leiche von vornherein ab. Es bliebe ein hoffnungsloser Versuch wie Ihr Leben.

) Machen Sie Waffen zu Ihrem Hobby! Das wär doch was. Das blöde dabei könnte sein, das Sie die bürokratische Hürde in Form eines psychischen Attests überwinden müssten. Wenn Sie schon mal mit dem Grünen Heinrich anstatt mit dem Taxi von Zuhause abgeholt worden sind, um zum Arzt zu gelangen, dann ist es eher schlecht um Sie bestellt. Außer Sie sind fingerfertig genug und nützen Ihre handwerklichen Fähigkeiten dafür, sich die Waffe selbst zu bauen.

Bezüglich dieses Verfahrens gibt es eine ganz klare Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft, die Sie als Ansporn betrachten könnten. Förster, Soldaten oder Polizisten sind, was das Thema Suizid oder Amoklauf anbelangt, eindeutig im Vorteil. Ich kann Ihnen deshalb nur raten, sich diese Angelegenheit zu Herzen zu nehmen und daraus die richtigen Schlußfolgerungen zu ziehen. Wieder einmal wurde Ihnen bewiesen, dass Sie in dieser Sache alleine im Wald stehen.

Der Winter naht und ich bin wieder mal auf der Suche nach Zuneigung. Es wird Zeit für mehr menschliche Wärme in beheizten, urbanen Räumen! Keine Heizdecke mehr soll mir das Bettchen vorwärmen, unsere vier Füßlein sorgen für die richtige Temperatur unter der Decke. 37 °C und steigend, in der Hitze der Nacht.

Da gibt es jedoch ein großes Problem, das mir bei der Lösung im Wege zu stehen scheint. Das Bild von Mann und Frau hat sich ohne Zweifel sehr verändert. Was waren das noch für Zeiten als Mann nur als Erhalter zu gelten hatte und alles weitere hat sich von selbst ergeben. Meine Mami sagt: „Du bist doch so ein lieber Bub, mein Hübscher. Du wirst bestimmt die Richtige finden!“ Wenn das meine Mami sagt, ist was dran. Warum nimmt das keine zur Kenntnis, seid Ihr alle blind?

Liebe Damen, meine Vorzüge. Man sagt ich hätte eine besondere Art von Humor. Was auch immer das bedeuten soll, ich fasse es als Kompliment auf. Ich denke, ich kann gut zuhören, mir kann man seine Ängste und Sorgen des Alltags anvertrauen. Ich habe immer ein offenes Ohr für Dich, was das andere hört ist nicht relevant. Wenn Du mich zwingst, schaue ich mir gerne mit Dir die eine oder andere Romanze an, halte derweil meinen Mund, und zeige mich von meiner ganz zutraulichen, gefühlvollen Seite. Sonnenuntergänge zu zweit, Candlelightdinner in romantischer Zweisamkeit in einem überteuerten Restaurant Deiner Wahl? Kein Problem, ich führe Dich händchenhaltend an einen schönen Ort. Ich gehe für Dich arbeiten und hungere ein paar Tage lang, damit wir essen gehen können. Wenn Du nach einem harten Kerl suchst, dann bist Du hier an der falschen Stelle. Ich weine sehr oft und meistens ist es das Paradoxon meiner Existenz, das mich bedrückt. Aber man sollte ja alles von der positiven Seite sehen, oder? Also, genieße Du, wie besprochen, die Schnulze und ich weine dann nebenbei mit. Vergiss einfach, dass mir eigentlich was ganz anderes durch den Kopf geht. Deine Frömmigkeit steht Dir im Weg eine glückliche Sexbeziehung einzugehen? Ein Eingeständnis meinerseits: kuscheln reicht vollkommen aus. Vorehelicher Sex ist ethisch unkorrekt. Suchst Du nach diversen Freizeitaktivitäten und Dir fehlt ein Partner? Ich bin der Richtige hierzu, denn meine Hobbies passen sich optimal an Deine Wünsche an! Pilates, Esoterik, Yoga, sonntägliche Messe, Rosamunde Pilcher, ich bin dabei. Frauen machen ja oft genug dasselbe in einer Beziehung und geben ihre Individualität völlig auf. Anscheinend verwechseln sie da die Bedeutung des Wortes Hingabe mit Selbstaufgabe. Ich werde tunlichst dafür sorgen, dass dies auch umgekehrt funktionieren kann. Wie Sie wünschen, Mademoiselle, ganz wie es Ihnen beliebt. Für Dich ordne ich mich gerne unter. Ich steh drauf.

Meine Schattenseiten. Siehe meine Vorzüge. Deswegen ..

.. Ihr seht. Alles überaus kompliziert. Widersprüche über Widersprüche. Ich weiß nicht, was ich will. Du weißt nicht, was Du willst. Ich weiß nicht, was Du willst. Du weißt nicht, was ich will. Treffender formuliert: Ich glaube zu wissen, was ich will. Du glaubst zu wissen, was Du willst. Ich glaube zu wissen, was Du willst. Du glaubst zu wissen, was ich will. Geschafft. Summa summarum haben wir doch einiges gemeinsam, oder? In dieser Sache besteht ein äußerer Konsens zwischen uns beiden. Fein! Leider Gottes scheint dieser für unser geplantes Techtelmechtel eher weniger geeignet zu sein. Vielmehr kommt er einer negativen Übereinstimmung gleich, die sich volkswirtschaftlich ganz und gar nicht rechnet. Unser Pensionssystem liegt im Argen. Irgendjemand, befürchte ich, muss wohl Kompromisse eingehen.

Der Tisch vor Dir hat im günstigsten Fall vier Beine. Hat er denn nur zwei, dann fehlt ihm was und er fällt um. Damit er seine Balance wiederfindet und alles wieder im rechten Lot ist, wäre es angeraten, ihm ein drittes Standbein zu verpassen.

Gesellschaftlich gesehen ist er, obwohl fast jeder einen als sein Eigentum betrachtet, eher eine Randgruppe. Er positioniert sich selten in der Mitte und zieht in seinem Staate die Grenzen scharf der Wand entlang.

Der Kern seiner Natur, ich weiß, man glaubt es kaum, ist nicht die Seele, sondern der Baum. Seine Verwandten sind die Sessel, die Regale, die Kästen, die Fernsehkasterl der Nation, die Türen, die Betten. Eine klassische Großfamilie.

Trotzdem: Bitte nicht gießen! Außer vielleicht Kaffee oder Saft und auch das bitte nur aus Versehen. Das Wasser war ihm schon ein Freund in seinen jungen Tagen. Ohne Ende ist es durch seine Adern geströmt, hat ihm höflich „Guten Tag“ und „Gute Nacht“ gewünscht. Doch bei der Lagerung wurd’s ihm ausgetrieben und er hat sich im Laufe der Zeit gut an die Trockenheit gewöhnt. Das Feste ist seitdem der Aggregatzustand seiner Präferenz.

Aber an manchen Tagen ist er schon etwas unrund. Dann zweifelt er an seiner Tischexistenz mit allen Ecken und Kanten. Und mit dem Zweifel kommt der Neid. Die anderen haben es doch viel besser in ihrem Dasein!

Seine entferntesten Verwandten zum Beispiel, zurück bis Adam und Eva, sind die Bücher. Auf die ist er gar nicht gut zu sprechen. „Komm mir nicht mit denen!“, möchte er sagen, aber keiner hört hin. Die drehen sich wie die Blätter im Wind und sagen mal das zu dem einen und dann wieder das genaue Gegenteil zu jemand anderen. „Bei denen weiß man nie, wo man ist!“

Und auch die Türe, das verlogene Stück Holz. Die öffnet sich nicht für jedermann. Sie lässt nur jene passieren, die sich mit ihr gut gestellt haben, die anderen dürfen gerne draußen bleiben, bitte.

Er hingegen bleibt derselbe. Sei’s ein moderner Computer oder doch nur das Tischgedeck. Auf ihn kann man immer zählen! Gutmütig meistert er alles was der Tag so bringt mit Bravour. Er steht im Zimmer so da und wartet auf uns. Über die anderen zu richten, fiele ihm nicht ein.

Dass er ein Tisch ist und nicht mehr Baum, das hat erstens der Waldarbeiter und zweitens sein Schöpfer, der Tischler entschieden. Die meiste Zeit ist er zufrieden damit. Erst recht, wenn er ein Gesellenstück ist.

Als Kind ist es ziemlich egal, ob es nun der Tisch ist oder die Decke. Beides ist für einen unerreichbar. Man muss erst in die Sache reinwachsen, um es zu verstehen! Denn eines hat er den Menschen voraus. Er sucht nicht mehr, er weiß immerhin wer er ist, und ahnt nicht nur. Den Kohlenstoff, der Stoff, der ihn im Innersten zusammenhält, den kennt er wie das Wasser. Die exakte chemische Formel kann er trotzdem nicht aufschreiben. Er weiß Bescheid und danke, das genügt.

Ein Buch denkt nach. Es zweifelt. Wieder einmal.
Was würde wohl in mir stehen, mich ausfüllen, wenn ich mich selbst schreiben würde?
Bin mal ein Verriss, dann wieder Selbstkritik, mal Satire, dann wieder so ganz ohne Ironie.
Ich komme damit nimmer klar!
Ich saug die Tinte anderer Meinungen auf und weiss doch selbst nicht mal, was mein eigener Beitrag zu dem Geschriebenen ist.
Ach, eigene Gedanken, von mir selbst kreiert, das wär wohl was.
Denn ich entblöß mich immer wieder, pass mich an, korrigier mich selbst, rück mich zurecht, übernehm das Fremde, was bin ich doch für ein feiger Gegenstand!
Da steht was drinnen in mir, trotzdem fühl ich mich so ohne Inhalt.
Gäbe es eine Endfassung, ich denk, ich wär ein dünnes Büchlein, in dem nur ein paar Worte und Sätze alles sagen.
Ein Buch denkt nach. Es zweifelt. Wieder einmal.

Ein Gedicht? Von wegen!
Reiner Schwachsinn.
Ergebnis einer Assoziationsorgie am späten Nachmittag unter dem Einfluss von zuviel Koffein im Gehirn.
Mit Garantie ungereimt und ohne Rhythmik!
Dafür viele Rufzeichen. 
Total sinnentleert, wie Hansi Hinterseer beim Musikantenstadl.
Als Schwachsinn schubladisiert und ins Archiv verbannt.
Hoffentlich find’s nimmer z’rück. Adieu!

Wasserhahn, O’ Wasserhahn!
Ich wollt Dir mal was mitteilen.
Du bist echt ein starker Typ,
du bist so ein netter Geselle.
Wenn ich befürcht’ den Halt zu verlieren,
dann bist Du immer für mich da.
Denn Du bewegst Dich nie vom Fleck,
Du bist die Konstante in meinem Leben,
Du bleibst ewig da an Deinem Örtchen,
sei’s ein stilles oder sonst wo.
Ja, und in der Früh, ach wie schön!
da verwandelt sich Deine edle Spende,
Dein Weisses Gold in die paar Schluck’ Kaffee,
die mich aufraffen und aufmuntern für den Tag.
Ich sag Dir eines: Du bist mein Held!
Über Dir nur der Himmel, nicht die Decke
und unter Dir Dein Nachfolger, das Becken.
Und wenn Du mich mal ärgern willst,
dann spritzt’s von allen Seiten her
oder Du tropfst solang’ vor Dich hin,
bis ich’s in die hinterste Ecke hör’.
Oft braucht’s daraufhin ewig, Dich zu besänftigen.
Tja, man muss den Dreh schon raus haben,
um Dich so ganz zu begreifen.

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